Sparkasse muss noch Hürden nehmen
Sparkassenbesucher ohne Behinderung stolpern über die unterste Stufe, weil sie diese beim Hinausgehen gar nicht bemerken. Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer haben große Mühe,...
GUMMERSBACH. Sparkassenbesucher ohne Behinderung stolpern über die unterste Stufe, weil sie diese beim Hinausgehen gar nicht bemerken. Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer haben große Mühe, überhaupt bis in die Sparkassenhalle vorzudringen. Ohne fremde Hilfe ist das vielen Kunden derzeit noch nicht möglich.
„Wir haben es gut gemeint, aber nicht wirklich gut gemacht“, hat auch der zuständige Architekt, Josef Rotthoff, längst erkannt, dass der Eingangsbereich für die „Sparkasse der Zukunft“ nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Deswegen strebt er nun, gemeinsam mit dem Sparkassenvorstand eine möglichst rasche Optimierung an.
Bei allem Ärger: Es ist nicht so, dass die Verantwortlichen im Vorfeld nicht die verschiedensten Lösungen durchdiskutiert und planerisch vorbereitet hätten. Trotz aller Bemühungen zeigte sich aber auch gestern beim ersten Treffen der kurzfristig einberufenen Arbeitsgruppe: Was am runden Tisch wie eine überzeugende Lösung aussieht, muss sich in der Praxis noch lange nicht bewähren.
Eine große Rampe für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenschieber in der Mitte und jeweils eine kleine Stufenrampe rechts außen auf der großen Treppe für jede Stufe - damit, dachten Sparkasse, Architekt, Bauaufsicht und auch die Rollstuhlfahrerin Elvira Wuttke, die die Sparkasse als Expertin ins Gremium berufen hatte, endlich einen guten Kompromiss in Sachen Barrierefreiheit hinbekommen zu haben. Doch die eigens angefertigten Rampen, die eigentlich ein paar Wochen ausprobiert werden sollten, sind schon wieder abgebaut: Zu schwer waren sie für Elvira Wuttke zu überwinden, da ihr Rollstuhl frühzeitig aufsetzte.
„Wir werden am
Dienstag jetzt noch einmal andere Rampen mit anderer Steigung
ausprobieren. Frau Wuttke ist so nett, uns zu unterstützen“, kündigt
Sparkassenvorstand Markus Vandrey an. Sollten die Rampen sich bewähren,
wird eine bauliche Lösung in diese Richtung angestrebt. Aber auch ein
Fahrstuhl, mit dem Rollstuhlfahrer die 59 Zentimeter Höhenunterschied
von ganz unten bis ganz oben überwinden könnten, wird diskutiert.
Vandrey: „Wir denken über alles nach, was zum Ziel führen kann.“ Bei
den Raumvorgaben ist klar: Jede Lösung bleibt ein Kompromiss.
Hauptsache ein guter. ((mm)05.12.2009 Kölnische Rundschau)
